Über Uns

Anna Wolf

Ralf Deling-Wolf

Annkristin Gerding

Anna Wolf:Arka steht vor mir und guckt mich an. Sie dreht den Kopf hin und her und bellt schließlich.Wir sind auf dem Hundeplatz und trainieren eine neue Übung fürs Obedience. Ganz kurz ärgere ich mich und muss dann schmunzeln. Ich möchte an dieser Stelle nicht aufzählen in welchem Alter ich welche Hunde hatte, zum einen, weil das in meinen Augen nichts über meine Fähigkeiten aussagt und zum anderen, weil ich das an anderer Stelle beschreibe. Ich möchte  an dieser Stelle vielmehr erklären, warum ich mich überhaupt mit Hunden beschäftige. Die beschriebene Szene ist nur ein Beispiel von vielen, das mir zeigt, dass meine Hunde immer bemüht sind mich zu verstehen, mich zu lesen und eine Beziehung zu mir aufzubauen. Oft wissen sie wie es mir geht, bevor ich es selber weiß. Das fasziniert und begeistert mich jeden Tag aufs neue. Ich halte es für meine Aufgabe immer wieder zu versuchen meine Wünsche so auszudrücken, dass meine Hunde, die selber kein Wort sprechen können mich verstehen. Deshalb habe ich zunächst aus sportlichen Interesse und später aus Begeisterung angefangen mich mit Hunden und ihrer Erziehung zu beschäftigen. Ich wollte verstehen, wie Hunde miteinander und mit Menschen umgehen und Beziehungen aufbauen. Durch regelmäßigen Besuch unterschiedlichster Seminare versuche ich mich deshalb ständig weiter zu bilden.

Ralf Deling-Wolf: Egal ob Scooter, Fahrrad, Trike oder Schlitten. Es gibt fast nichts, dass ich nicht benutzen würde um es von einem Hund ziehen zu lassen. Ich bin fasziniert von der Idee unseren Haushunden eine Aufgabe zu geben, die wir zusammen als Team meistern können.

Das Wissen zu diesem Thema habe ich mir in etwa 10 Jahren aus allen Möglichen Quellen angeeignet. Neben Fachliteratur und Workshops suche ich auch gerne das Gespräch mit "professionellen" Mushern (Schlittenhundeführern). Ich muss gestehen, dass es mich schon etwas mit Stolz erfüllt, dass ich es schaffe, das mich unsere Wolfshunde regelmäßig auf unseren Ausfahrten begleiten. Sicher werde ich mit meinem Gespann kein Rennen gewinnen, das ist mir aber auch nicht wichtig.

Wichtig ist mir, dass wir uns nach einer verregneten, matschigen Runde in unserer Gruppe angucken, lächeln und sagen "Gerne wieder" 

Selbstverständlich versuche auch ich mich regelmäßig zu allen Themen weiter zu bilden, die das Zusammenleben mit unseren Hunden betreffen.

Annkristin Gerding: Hier seht ihr mich mit meinen 3 Mädels vom Tierschutz. Zu unserem bunten Rudel gehören noch zwei Kinder, zwei Katzen, Hühner und Bienen.

Unsere Hunde sind drei sehr unterschiedliche Charaktere, welche mit unterschiedlichen Themen im Gepäck bei uns angekommen sind.

Hermine ist mitca.7 Jahren als absolute Furchthündin bei uns angekommen. Sie war umweltunsicher und hatte unfassbare Furcht vor dem Menschen. An draußen Laufen war gar nicht zu denken und stets war man bei ihr auf der Hut, dass sie nicht einfach wegläuft, denn das konnte sie anfangs unfassbar gut – trotz entsprechender Sicherung! Angefasst zu werden, mussten wir täglich üben und bei dem geringsten Stressbekam sie Durchfall. Ihr Vertrauen haben wir uns hart erarbeitet. Inzwischen läuft sie frei, kuschelt mit uns auf der Couch und findet mit Freude beim Mantrailing jede Versteckperson. Hermine ist nun unsere weise alte Dame. Denn wenn sie eines kann, dann ist es Hund-Hund.

Einen unsicheren, ängstlichen oder skeptischen Hund in die Sicherheit zu bekommen, bedeutet Führung zu verstehen und 24/7 zu leben. Für mich bedeutet Führung ein faires Aufstellen und Einfordern von Regeln und Grenzen bei gleichzeitigem Verständnis für das Lebewesen Hund. Es ist ein Versprechen Verantwortung für einander zu übernehmen.

Matilda kam mit ca. 6 Monaten zu uns. Sie stellte den Postboten, ließ keinen Besucher ins Haus und zur Not setzte sie ihre Zähne ein. Männerwaren ihr recht unlieb und diese Haltung vertrat sie konsequent. Matilda verteidigt ihr Zuhause (wenn man sie lässt) und missmutig willigt sie ein, dass es Entscheidungsbereiche gibt, welche in meiner Verantwortlichkeit liegen. Draußen zeigte sie sich leinenaggressiv mit der Tendenz zur Not in unsere Waden zu beißen. Sie liebt ihre Familie über alles und ist sehr nah mit uns allen. Teilweise zu nahe, da sie dazu neigt uns Menschen für sich alleine zu beanspruchen und so bedarf es auch hier achtsamer, klarer Führung.

Unsere Ylvi kam mit 9 Monaten bei uns an. Ihre liebevolle Vorbesitzerin traf die schwere, aber sehr verantwortungsvolle Entscheidung ihr ein neues Zuhause zu suchen, da sie sich eingestehen musste, dass sie ihr aus Zeitmangel nicht gerecht werden konnte. Noch immer ziehe ich meinen Hut vor dieser Entscheidung, denn sie liebte ihren Hund wirklich sehr! Aus Frust jagte Ylvi schon ihren Schwanz und fand nur sehr schlecht zur Ruhe. Futter aggressiv musste die Fütterung stets als Trainingseinheit betrachtet werden. Draußen war sie gar nicht am Menschen orientiert und an Ableinen war gar nicht zu denken, da sie von 0 auf 100 nur noch am Horizont zu sehen war. Ylvi hatte zudem vor unserer Zeit viele schlechte Erfahrungen auf Freilaufwiesen gesammelt. Sie wurde gejagt und gemobbt und da die Menschen es nicht als solches erkannten erhielt sie auch nie Schutz. Bis heute arbeiten wir daran, dass Ylvi in Hundekontakten Ruhe bewahren kann und dass ich ihre Befürchtungen nicht bewahrheiten. Ebenso darf sie Sicherheit darin erfahren, dass wir Menschen sie nun schützen.

Ein harmonischer Alltag mit Hund(en) ist Lebensqualität und so ist es mein Anliegen, diese für jedes Hund- Halter Team (wieder) herzustellen.

Nicht jeder Hund/Mensch ist gleich und so gibt es einfach nicht „Schema F“ welches blind bei jedem Hund-Halter Gespannt angewendet werden kann.

Lasst uns zusammen auf EURE Themen schauen und gemeinsam Wege in einen harmonischen Alltag erarbeiten.